EIN Perfektes WOCHENENDE in Köln.

Schlafen im Schatten Gottes im Excelsior Hotel Ernst.

von Sharon Berkal.

Köln von seiner schönsten Seite.
Köln von seiner schönsten Seite.

Köln ist keine Stadt, die sich auf den ersten Blick erklärt.

 

Sie ist laut und herzlich, manchmal ein wenig widerspenstig, selten geschniegelt – und gerade deshalb so charmant und herzlich. Zwischen romanischen Kirchen, kleinen Galerien und dem großen Strom des Rheins lebt hier eine Form von Gelassenheit, die man nicht inszenieren kann. Und mittendrin, als ewiger Orientierungspunkt: der Dom. Monumental, vertraut, ein wenig trotzig gegen die Zeit.

Wer Köln verstehen möchte, muss nicht weit gehen. Ein Spaziergang durch die Altstadt, ein Blick über den Rhein, ein kurzer Weg zur Philharmonie oder in eines der Museen – alles liegt nah beieinander. Vielleicht ist das genau das Geheimnis dieser Stadt: Sie ist groß genug für Weltläufigkeit und klein genug für Begegnungen.

 

Mitten in diesem Gefüge, direkt gegenüber dem Dom, steht ein Haus, das seit mehr als 160 Jahren Teil dieser Geschichte ist: das Excelsior Hotel Ernst. Ein Grandhotel im besten Sinne – nicht als Pose, sondern als Haltung.

Excelsior Hotel Ernst
Excelsior Hotel Ernst

Eine Adresse, die bleibt.

Das Haus wurde 1863 erbaut und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Eine Seltenheit, die man spürt. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Kontinuität. Um ein Verständnis von Gastfreundschaft, das über Generationen gewachsen ist und sich dennoch mit der Zeit bewegt. Bis heute ist das Excelsior Hotel Ernst das einzige Hotel der Stadt, das Mitglied der „Leading Hotels of the World“ ist; eine Auszeichnung, die weniger mit Luxus als mit Verlässlichkeit zu tun hat.

 

Wer sich ein wenig Zeit nimmt und durch die Flure des Hauses geht, entdeckt schnell, dass Geschichte hier nicht archiviert, sondern gelebt wird. Fotografien aus vergangenen Jahrzehnten zeigen elegante Reisende mit Hutkoffern, Diplomaten, Künstler und Familien auf der Durchreise. Viele von ihnen kehrten wieder – über Generationen hinweg.

 

Eine besonders schöne Anekdote erzählt man sich bis heute im Haus: Als der Kölner Dom im 19. Jahrhundert vollendet wurde, war das Excelsior Hotel Ernst einer der ersten Orte, an dem internationale Gäste abstiegen, um dieses Ereignis zu erleben. Seitdem ist das Hotel so etwas wie ein stiller Beobachter der Stadtgeschichte. Immer an derselben Stelle, immer mit Blick auf den Dom.

 

Wer hier eincheckt, merkt schnell: Das ist kein Ort der großen Gesten, sondern der leisen Selbstverständlichkeit. Ein Concierge, der nicht nur Tickets organisiert, sondern die Stadt wirklich kennt. Ein Team, das seit Jahren zusammenarbeitet. Und Räume, die elegant und eklektisch die verschiedenen Epochen des Hotels zeigen.



Die kulinarische Handschrift des Hauses.

Die Gastronomie im Excelsior Hotel Ernst ist kein Anhängsel des Hotels, sondern ein zentraler Teil seiner Identität. Hier geht es nicht darum, möglichst viele Konzepte zu zeigen, sondern darum, jedem Ort eine eigene Sprache zu geben.

Präzision im taku.

Im Souterrain des Hauses liegt das taku, ein Restaurant, das seit Jahren mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wird und die internationale Gourmetszene begeistert. Küchenchef Mirko Gaul verbindet hier asiatische Inspiration mit europäischer Technik – filigran, überraschend, manchmal verspielt, aber immer präzise.

 

Die Gerichte spielen mit Texturen und Temperaturen, mit Form und Farbe. Es ist eine Küche, die neugierig macht und zugleich souverän bleibt. Wer hier isst, merkt schnell: Innovation ist hier kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Können.

Die Kunst der kleinen Dinge im Wintergarten.

Ganz anders, aber nicht weniger besonders, ist der Wintergarten des Hauses. Ein Ort, an dem der Nachmittag eine eigene Bedeutung bekommt.

 

Der Afternoon Tea hat hier Tradition. Silberne Etagèren, feine Patisserie, Scones nach einem originalen Londoner Rezept – dazu die leisen Klänge eines Flügels. Es ist ein Ritual, das in unserer schnellen Welt fast altmodisch wirkt, aber herrlich wohltuend ist. Im Wintergarten geht es um die „Kunst der kleinen Dinge“, wie man hier gerne sagt.


Die gute Stube Kölns: Hanse Stube.

Und dann gibt es im Ernst diesen Raum: warm, elegant, ein wenig nostalgisch und doch ganz im Heute.

 

Die Hanse Stube ist nicht einfach ein Restaurant. Sie ist eine Institution. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1976 gilt sie als kulinarisches Herzstück des Hauses und als eine der festen Größen der Kölner Gastronomie. Aus einer kleinen Grillstube entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Ort, an dem Tradition und Gegenwart selbstverständlich zusammenfinden. Mahagonivertäfelungen, englische Möbel, ausgewählte Gemälde: die Einrichtung erinnert an eine Zeit, in der Essen noch ein gesellschaftliches Ereignis war. Und genau das ist es hier bis heute geblieben.

 

Die Küche von Lars Wolf ist klassisch geprägt, aber niemals schwer. Französische Haute Cuisine trifft auf rheinische Akzente, regionale Produkte 


auf moderne Techniken. Viele Gerichte stehen seit Jahrzehnten auf der Karte – nicht aus Nostalgie, sondern weil sie funktionieren.

 

Auffällig ist, dass ein Großteil der Gäste aus Köln selbst kommt. Ein Zeichen von Vertrauen. Denn Einheimische sind die kritischsten Besucher. Sie kommen wieder, wenn die Qualität konstant bleibt. Hier wurden Geburtstage gefeiert, politische Gespräche geführt, Jubiläen begangen. Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft haben hier gegessen – von Maria Callas bis Prinzessin Diana. Die Hanse Stube war Kulisse für Begegnungen, für Entscheidungen, für Geschichten. Sie ist kein Restaurant, das beeindrucken will. Sie ist ein Ort, an den man zurückkehrt.


Weitere Empfehlungen.

Wer im Excelsior Hotel Ernst wohnt, hat die Stadt vor der Tür. Und Köln belohnt alle, die sich ein wenig Zeit nehmen.

Kulinarische Adressen.

Le Moissonnier

Ein Klassiker der Kölner Gastronomie, lange mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Die Küche ist französisch geprägt, präzise und überraschend modern. Ein Ort für besondere Abende.

 

Peters Brauhaus

Wer Köln verstehen will, sollte auch hier einkehren. Traditionelle rheinische Küche, Kölsch vom Fass und eine Atmosphäre, die authentisch ist.

 

Die Henne

Eine der spannendsten jüngeren Adressen der Stadt. Modern, selbstbewusst und mit einer Küche, die klassische Ideen neu interpretiert. Leckeres Sharing-Konzept, jeden Abend gut besucht.

 

Onda

Noch ganz neu in der Kölner Szene und bereits ein Gesprächsthema. Ein Restaurant, das mutig denkt und sich nicht an Kategorien festhalten möchte. Die Küche ist zeitgemäß, reduziert und sehr produktfokussiert – ein Ort für alle, die neugierig bleiben wollen.

 

Und wer sich unsicher ist, welche Adresse gerade die richtige ist, darf sich ganz entspannt zurücklehnen: Die Concierge des Excelsior Hotel Ernst kennen die Stadt bis in ihre kleinen Winkel und helfen gerne bei Reservierungen oder persönlichen Empfehlungen.

Kunst & Kultur

Museum Ludwig

Eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst in Europa. Picasso, Pop Art und zeitgenössische Positionen – direkt am Dom. Besonders beeindruckend ist die Sammlung moderner Kunst nach 1945, die zu den wichtigsten Europas zählt.

 

Kolumba Museum

 Ein Ort der Stille und der Architektur. Der Bau von Peter Zumthor verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise. Der Rundgang durch das Museum ist fast meditativ – ein Erlebnis, das man nicht nur sieht, sondern spürt.

 

Wallraf-Richartz-Museum

Das älteste Museum Kölns und ein Ort für alle, die sich für die großen Linien der Kunstgeschichte interessieren. Von mittelalterlichen Altären bis zur Malerei des 19. Jahrhunderts erzählt das Haus die visuelle Geschichte Europas – ruhig, konzentriert und mit beeindruckender Tiefe.

Sehenwürdigkeiten.

Kölner Dom

Natürlich. Und doch jedes Mal neu. Selbst wer ihn schon kennt, sollte sich einen Moment Zeit nehmen, stehen bleiben und nach oben schauen. Architektur kann Demut erzeugen – hier spürt man das. Der Kölner Dom ist eine der größten Kathedralen im gotischen Baustil und mit 157,22 Metern die vierthöchste Kirche der Welt sowie nach dem Ulmer Münster der zweithöchste Sakralbau Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der scheinbar unversehrte Dom inmitten der ausgebombten Stadt als Wunder verstanden und zu einem emotionalen Symbol für den Lebenswillen der Kölner. Seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Ein besonders faszinierendes Detail ist das sogenannte Richter-Fenster im Südquerhaus, entworfen von dem Künstler Gerhard Richter. 

 

Die Altstadt und das Rheinufer

Ein Spaziergang entlang des Rheins gehört zu jedem Besuch. Besonders am frühen Abend, wenn das Licht weicher wird und die Stadt sich ein wenig langsamer bewegt.

 

Die Hohenzollernbrücke

Ein Symbol für Köln und einer der meistfotografierten Orte der Stadt. Die zahllosen Liebesschlösser sind vielleicht kitschig, aber auch ein schönes Zeichen dafür, wie sehr diese Stadt an Beziehungen glaubt.

Warum man wieder kommt...

Es gibt Hotels, die beeindrucken. Und es gibt Hotels, die bleiben.

 

Das Excelsior Hotel Ernst gehört zur zweiten Kategorie. Nicht, weil es lauter oder größer wäre als andere Häuser. Sondern weil es eine Haltung verkörpert, die selten geworden ist: Beständigkeit, Gastfreundschaft und ein Verständnis von Qualität, das nicht erklärt werden muss.Vielleicht ist das der wahre Luxus heute. Nicht das Neue. Sondern das Verlässliche. Hier mit original rheinischer Frohnatur.


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